Eishockey bei Olympia

Obwohl bereits im Jahr 1914 in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen, fand die Premiere für den Eishockeysport erst im Jahre 1920 statt. Schuld war der Erste Weltkrieg, der in den Jahren 1916 bis 1918 tobte und keinen Raum für sportliche Wettkämpfe ließ. Gemeinsam mit Eiskunstlauf wurde die Sportart Eishockey somit in den 20er Jahren einer breiten Masse an Zuschauern bei der Olympiade in Antwerpen zugänglich. Dabei setzte sich die kanadische Variante des Eishockeyspielens durch, das heißt, statt eines Balls wurde eine Scheibe, der “Puck”, eingesetzt.

Erfinder der Scheibe war ein gewisser William Fleet Robertson, der ganz pragmatisch im Jahr 1877 die bis dato verwendeten Gummibälle in Form schnitt und davon nur eine Scheibe übrig ließ. Die Hartgummischeibe hat sich bis heute als Spielgerät Puck beim Eishockey bewährt und kommt auch bei anderen Formaten der Sportart wie Inlinehockey, Air Hockey oder Unterwasserhockey zum Einsatz. Die Maße des Pucks sind festgelegt: ein Zoll Höhe und ein Durchmesser von drei Zoll. Ein Zoll entspricht dabei 2,54 Zentimeter. Auch das Gewicht des Pucks ist mit maximal sechs Unzen oder 170 Gramm festgelegt.

Trotz seiner geringen Maße und des Leichtgewichts ist der Puck nicht zu unterschätzen. Schließlich fliegt er mit Geschwindigkeiten von etwa 175 Kilometern in der Stunde durch die Gegend, schwere Verletzungen durch das Geschoss sind beim Eishockey keine Seltenheit. Im Jahr 2002 kam es in den USA sogar zu einem Todesfall, nicht etwa unter den Eishockey-Spielern der Mannschaft Columbus Blue Jackets, sondern unter den Zuschauern des Spiels. Ein 13-jähriges Mädchen wurde im Zuschauerrang so unglücklich von einem Puck getroffen, dass es an dieser Verletzung starb.

Seit dem Jahr 2010 werden die Eishockey Spielpucks der Olympischen Winterspiele von einer kanadischen Firma produziert. Eishockeypucks sind beliebte Sammelobjekte, besonders diejenigen, die in Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften zum Einsatz kamen. Da sie normalerweise nicht verkauft werden, sind hierbei Auktionen erste Anlaufstelle. Geradezu makaber mutet es an, dass der teuerste Eishockeypuck, der je bei einer Auktion erworben wurde, der ist, der 2002 bei einem Spiel in den USA das Mädchen im Zuschauerraum tötete. Für 1.000 US-Dollar wurde er von einem Unbekannten erworben.

In den USA besteht seit dem tödlichen Unfall im Zuschauerraum die Pflicht, Eishockeyfelder mit einem Nylonnetz zu umgrenzen. Zudem kommt es seit Einführung der Helmpflicht glücklicherweise zu deutlich weniger Unfällen bei den Spielern. Doch der Torwart trägt beim Eishockey nach wie vor das größere Risiko einer Verletzung. Er ist aus diesem Grund neben dem Helm mit abweichender beziehungsweise erweiterter Schutzausrüstung ausgestattet. Der Eishockey-Torwart trägt, neben dem regulären Tiefschutz für die Geschlechtsorgane und Bauchorgane, der Halskrause oder dem Kehlkopfschutz, auch einen Brustpanzer und robuste Fanghandschuhe. Zudem hat er einen speziellen Torwartschläger. Der gebogene Schläger ist im unteren Teil des Schafts und dem Bereich der Kelle etwas breiter.

Seit 1998 ist auch das Fraueneishockey Teil des Olympischen Programms. 78 Jahre hat es gedauert, in denen der Eishockeysport bei Olympia den Herren vorbehalten war. Dann war es soweit und auch die Damen konnten im japanischen Nagano ihr Können auf dem Eisfeld beweisen. Im Allgemeinen gelten für Frauen im Eishockey die gleichen Regeln wie für die Teams der Herren. Lediglich Bodychecks, das Drängeln in Form von hartem Körpereinsatz mit Hüfte und Schulter, ist den Frauen verboten. Zudem müssen sie, wie auch die Nachwuchsspieler, einen Helm mit integriertem Gesichtsschutz tragen. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 bekamen die USA die Goldmedaille, die kanadischen Frauen kamen auf den zweiten Platz, gefolgt von Finnland.