Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft

Die Auswahl der Eishockey-Spieler für die deutsche Nationalmannschaft repräsentiert im internationalen Umfeld den Deutschen Eishockey Bund, den DEB. Zu den wichtigsten Wettbewerben im Eishockeysport gehören die Olympischen Winterspiele und die Eishockey-Weltmeisterschaft. Von anderen Teams und auf der internationalen Eishockey-Bühne wird die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die ‘Eagle Carriers’ genannt, also die Träger des (Bundes-) Adlers auf ihren Trikots.

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2018 eine glorreiche Silbermedaille geholt hat und hinter Russland auf Platz zwei kam, ist sie unter den Top 10 der Eishockey-Weltrangliste zu finden. Seit der WM 2018 an achter Stelle auf der Weltrangliste geführt, liegen vor ihr auf Platz sieben die Schweiz, auf Platz sechs Tschechien, auf Platz fünf Finnland, auf Platz vier die U.S.A., auf Platz drei Russland, auf Platz zwei Schweden. Eishockey-Weltmeister ist trotz des Siegs der Schweden bei der Eishockey-WM in Dänemark unangefochten Kanada.

Ist es der Erfolg des Sports, der die Fans anspornt? Oder sind es die Fans, die ihre Mannschaft so erfolgreich machen? Die Kanadier jedenfalls sind verrückt nach Eishockey. In Deutschland muss Eishockey dagegen mit Fußball um die Gunst der Zuschauer buhlen. Der Einfluss der Kanadier auf den Eishockey Sport ist seit jeher groß. Das erste Eishockey-Hallenspiel fand im Jahr 1875 im kanadischen Montréal statt. Die Regeln des Eishockeyspiels wurden zum großen Teil von kanadischen Studenten entwickelt. In Montréal kam auch die erste Liga des Sports zustande. Als Trainer der deutschen Nationalmannschaft fungierten bis Ende der 1960-er Jahre überwiegend Kanadier.

Als Ende des 19. Jahrhunderts die Regeln des Eishockey-Sports aus den USA überliefert waren und der Sport mit dem Aufkommen künstlicher Eisbahnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr an Beliebtheit gewann, war es Zeit für die erste Eishockey-Europameisterschaft. Ihr erstes Länderspiel erwartete die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im Jahr 1910. Im Spiel gegen Großbritannien erlag sie dabei allerdings 0:1. Doch Erfolge ließen nicht lange auf sich warten und in den 30er Jahren wurden eifrig Medaillen im Eishockeysport gesammelt.

Im Jahr 1930 wurde Deutschland gleichzeitig Eishockey-Vizeweltmeister und Europameister. Im Jahr 1932 konnte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen eine Bronzemedaille holen. In diesen schwierigen Jahren der Weltwirtschaftskrise und aufgrund der damit verbundenen finanziellen Engpässe konnten damals jedoch nicht viele Mannschaften teilnehmen. So waren es 1932 in Lake Placid im Bundesstaat New York nur vier. Bei der Weltmeisterschaft 1934 belegte die Mannschaft des Deutschen Reichs den dritten Platz und wurde zudem Europameister.

An die vielen Erfolge der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft nicht anschließen, doch 1953 wurde Deutschland noch einmal Eishockey-Vizeweltmeister und holte im Jahr 1976 bei den Olympischen Winterspielen im österreichischen Innsbruck Bronze. Die WM 2010 brachte den vierten und die Winterolympiade 2018 in Südkorea schließlich den zweiten Platz ein, was ein Überraschungs-Erfolg war. Bei der WM 2018 in Dänemark ging es mit dem deutschen Team jedoch wieder bergab.

Obwohl sie zunächst zu den Favoriten zählte, konnte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in Kopenhagen bei der Eishockey-Weltmeisterschaft nicht punkten. Sie unterlag dem Weltranglisten-Ersten Kanada. Sieben Vorrundenspiele führten zu zwei Siegen, und so belegte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft lediglich den elften Platz des Turniers. Dies war seit vier Jahren das schlechteste Ergebnis, sodass die Spieler, Bundestrainer Marco Sturm und die nach Dänemark gereisten Fans nicht gerade begeistert waren. Es bleibt abzuwarten, wie die in den finnischen Städten Tampere und Helsinki stattfindende nächste Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai 2022 für die deutsche Nationalmannschaft verläuft.